what i really do think…
vor ein paar tagen wurde ich auf facebook ein wenig angestrudelt, weil ich den link zu einem - wie ich finde - sehr guten interview mit dem grünen bundesrat und teilzeit-querdenker efgani dönmez als gut und vorbildlich kommentiert habe. ich habe mir darüber hinaus erlaubt dönmez´ aussagen den wiener grünen nahe zu legen, damit diese mal drüber nachdenken sollten. inhalt des angesprochenen interviews war verkürzt gesagt, dass die grünen endlich mit ihren befindlichkeitsrunden aufhören sollen, und sich den menschen auf der strasse zuwenden sollen. dass endlich unangenehme fakten diskutiert werden, dass eine gewisse typisch grüne naivität abgelegt werden muss. alles dinge, die ich seit meiner zeit in wien klassisch mit den wiener grünen verbinde.
naja, ausserdem war ich halbwegs schockiert, als ich eine transkription einer wortmeldung bei einer der “grünen vorwahlen”-debatten von david ellensohn gelesen habe. ellensohn sprach darin sinngemäß davon, dass die sogenannten “grünen vorwähler” eher “liberal” und weniger “links” seien, und als intrumentarium gegen die “linken” wiener grünen benutzt werden können (link dazu hier).
alles bullshit, sage ich euch. mir geht dieses “ich bin links”-gehabe mancher wiener grünen schon sowas von auf dem senkel. dieses andauernde kochen in der eigenen suppe, dieses beständige utopien aufbauen, sich anbiedern an diverse seltsame gruppen, die einen nur benutzen wollen um an infrastruktur und kohle zu kommen. natürlich gehört etwas avantgarde für die grünen dazu, aber das was die wiener grünis aufführen ist echt nicht normal. das einzige glück, dass diese landesorganisation hat, ist dass sie meist eher gemäßigt agierende und wahrgenommene personen vorne stehen hat, die dafür sorgen, dass die grünen wählbar bleiben. aber solch einen schmontzes wie der von hr. ellensohn geht mir nur noch auf den senkel. ich würde einigen echt empfehlen raus aus ihrer suppe zu kriechen, und zu sehen, dass die welt voll von sachzwängen ist, dass die welt eben nicht in ein schwarz-weiss-system zu unterteilen ist, sondern eben viele schattierungen hat. dass “links” sein nichts ist, sondern politik sich an menschen richten muss, nicht an ideologien.
ich habe selber mal zu jener sorte mensch gehört, die meinte, dass es notwendig ist jedes 2te wochenende die persönliche befindlichkeiten abzuklären, der meinte, dass es besser sei sich näher an anarchos und kummerl zu orientieren, dass eine pseudo-kleinbürgerliche anarchoattitüde das um und auf ist. aber ich habe - seitdem ich wieder mit beiden füssen in einer geregelten arbeitswelt stehe - wieder gelernt, dass themen und ansichten der aussenstehenden wichtiger sind, als meine befindlichkeiten. dass das nichtverwenden so genannter geschlechtergerechter sprache keinen weltuntergang bedeutet. und ich habe gelernt dass die grünen dann etwas verändern können, wenn sie sich den menschen annähern.
also: weniger ellensohn, weniger linke utopien, weniger pseudointellektuelles geschwätz und mehr lösungen, mehr ansprechen auch unangenehmer wahrheiten, mehr anschober und dönmez für die grünen!













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